Home Die Glaubwürdigkeit des Fernsehens

                     im Vergleich zu Hörfunk und Tageszeitung

                     Ergebnisse der Forschung

 

 

Inhalt

Teil I: 1964-1980

Teil II: 1964-1995

Teil III: 2000

 

 

 

Teil I: 1964-1980

 

Aus:

Klaus Berg, Marie-Luise Kiefer (Hrsg.): Massenkommunikation II.

Eine Langzeitstudie zur Mediennutzung und Medienbewertung 1964-1980.

Frankfurt am Main: Media Perspektiven/ Alfred Metzner Verlag 1982, 107-109.

 

 

10.3 Die „Objektivität" der Berichterstattung

 

Glaubwürdigkeit und sachgerechte, wahrheitsgetreue Übermittlung von Informationen sind sicher wichtige Dimensionen einer Beurteilung der medialen Funktionalität durch die Rezipienten. „Objektivität" wurde seit 1964 in dieser Trendanalyse nach zwei verschiedenen Methoden ermittelt, durch das Statement zur „wahrheitsgetreuen Berichterstattung" und eine direkte Abfrage der „Objektivität" der Medien mit Hilfe einer Skala zwischen 1 und 10.

 

Die Erhebung von Meinungen der Rezipienten zum Grad der Objektivität der Berichterstattung ist nicht unproblematisch, nicht zuletzt wegen der Vielschichtigkeit des Begriffs „Objektivität". Die 1964 durchgeführte Untersuchung war mit Hilfe von Vortests zu dem Ergebnis gekommen, dass Objektivität im Sinne der Befragten als ein besonderes Mass an Fairness bei der Darstellung von Tatbeständen unter Abwägung der verschiedenen Aspekte zu interpretieren sei. Und es wurde weiter festgestellt: Wird in dem Verlauf einer solchen Darstellung eine prononcierte Meinung formuliert, so muss das keineswegs zu dem Eindruck führen, dieser Interpretation fehle es an Objektivität. Objektivität wird also nicht als Meinungsenthaltung verstanden, sondern als faire, sachbezogene Darstellung zur Interpretation eines Sachverhalts, die eine Meinungsäusserung nicht ausschliesst.

 

Die Ergebnisse der beiden Fragestellungen zur Objektivität der Berichterstattung in den Medien weisen seit 1964 und so auch wieder 1980 eine frappierende Parallelität auf.

 

Tabelle XLVIII: Zuordnung der Dimension Objektivität

auf der Basis des jeweiligen Empfängerkreises / Prozent

 

1964               1970               1974               1980

FS HF TZ       FS HF TZ       FS HF TZ       FS HF TZ

Berichtet wahrheitsgetreu

und gibt die Dinge immer

so wieder, wie sie in Wirk-

lichkeit sind                            47 45 32         56 47 23         43 38 22         41 32 21

 

Skalenpunkte 9 und 10

(„besonders objektiv")

anhand der Objektivitäts-

skala                                       51 41 31         59 38 20         49 31 20         41 28 19

 

 

Nach wie vor wird dem Fernsehen die höchste Objektivität zugestanden. 1980 sind es nach beiden Messverfahren jeweils 41 Prozent der zumindest gelegentlich fernsehenden Bundesbürger, die dem Fernsehen Objektivität der Berichterstattung attestieren, im Vergleich zu rund 30 Prozent, die dem Hörfunk, rund 20 Prozent, die der Zeitung zugestehen, objektiv zu berichten.

Insgesamt kann man das Vertrauen der Rezipienten in die Berichterstattung der Massenmedien, insbesondere in die Berichterstattung der Tageszeitung, nicht gerade als ausgeprägt bezeichnen. Sieht man sich die Entwicklung seit 1964 an, muss man erhebliche Image- und Vertrauenseinbussen konstatieren.

 

Und es sind wieder gerade die jungen Bundesbürger unter 30 Jahren, auch die formal besser Gebildeten und teilweise die politisch stark Interessierten, die nicht mehr uneingeschränkt bereit sind, die Leistungen der drei tagesaktuellen Medien im Bereich der politischen Information zu bestätigen. Das gilt auch für die Vollständigkeit der politischen Information, die nach der oben zitierten Definition von „Objektivität" dieser wohl zugerechnet werden muss, und für die Dimensionen der Meinungsbildung und der Orientierungshilfe.

 

Bei den Dimensionen Meinungsbildung und Orientierungshilfe haben die politisch stark Interessierten allerdings ein etwas besseres Meinungsbild als der Bevölkerungsdurchschnitt, zumindest von Hörfunk und Tageszeitung. Demgegenüber stufen die formal besser Gebildeten die Massenmedien in allen Dimensionen der politischen Information durchgehend geringer ein als der Durchschnittsbürger.

 

 

Der Glaubwürdigkeitsvorsprung, den das Fernsehen bezogen auf seine politische Berichterstattung nach wie vor vor Hörfunk und Tageszeitung besitzt, wird auch aus einer anderen Frage deutlich, die seit 1970 in diese Untersuchung aufgenommen und insbesondere aus der amerikanischen Medienforschung bekannt ist. Der Befragte wird hier gebeten, sich im Falle widersprüchlicher Nachrichten für das Medium zu entscheiden, dem er am ehesten Glauben schenken würde.

 

1980 würden, weitgehend unverändert gegenüber 1974, rund zwei Drittel der Befragten im Falle widersprüchlicher Meldungen dem Fernsehen am ehesten glauben. Neben der vermuteten Authentizität der Berichterstattung durch das Bild (36 % vermuten eine bessere Kontrolle durch das Bild) würden 28 Prozent der Befragten dem Fernsehen am ehesten glauben, weil es objektiv berichtet (33 % der politisch stark Interessierten, 31 % der formal Gebildeteren), 20 Prozent halten das Medium für am besten informiert.

Umgekehrt würden 23 Prozent in einem solchen Falle am wenigsten der Tageszeitung glauben und 64 Prozent den Zeitschriften. Das Misstrauen gegenüber der Zeitung wird damit begründet, die Berichterstattung sei nicht objektiv (38 %) von Parteien, Interessengruppen abhängig (15 %) bzw. Sensationsmache (20 %).

 

 

Tabelle L: Die relative Glaubwürdigkeit der Berichterstattung in den Medien - Alternativentscheidung / Prozent

 

Fernsehen                  Hörfunk                       Tageszeitung

1970 1974 1980       1970 1974 1980       1970 1974 1980

 

Gesamtbevölkerung             69        67        66        13        12        14        11        13        14

 

starkes polit. Interesse         68        59        60        12        14        15        12        17        18

mittleres polit. Interesse       75        72        72        13        12        12        10        10        12

schwaches polit. Interesse   63        72        68        14        12        15        11        10        9

 

 

Teil II: 1964-1995

 

Aus:

Klaus Berg, Marie-Luise Kiefer (Hrsg.): Massenkommunikation VI.

Eine Langzeitstudie zur Mediennutzung und Medienbewertung 1964-2000.

Frankfurt am Main: Media Perspektiven/ Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2002, 91-93, 228.

 

 

7.8 Einstellungen zu den Medien und Funktionserwartungen in der Langzeitperspektive

 

Im Folgenden wird versucht, anhand der Antworten zu den 14 Statements über die Einstellungen zu den Medien aus den früheren Wellen der Studie Massenkommunikation und der oben beschriebenen Befunde zu Images und Nutzungsmotiven der Medien aus der 2000er Welle Aussagen darüber zu machen, ob sich die Meinungsbilder über die Funktionen der tagesaktuellen Medien im Zeitablauf seit 1970 verändert haben.

 

Wie oben beschrieben, rangiert unter den Nutzungsmotiven der Medien im Jahr 2000 die Informationsfunktion bei allen vier tagesaktuellen Medien ganz oben oder fast ganz oben. Gleichbedeutend damit ist 2000 bei Fernsehen und Radio das Unterhaltungsmotiv, während bei der Zeitung weitere Informationsgründe auf den nächsten Plätzen folgen. Beim Internet, das bei dieser Langzeitbetrachtung aussen vor bleibt, spielt in der 2000er Befragungswelle das Spassmotiv ebenfalls eine zentrale Rolle.

 

Zwar ist wegen der veränderten Abfrage der direkte Vergleich mit den Ergebnissen aus den vorangegangenen Wellen nicht möglich, schaut man sich aber diejenigen Statements an, für die zu allen früheren Erhebungszeitpunkten die drei höchsten Zuschreibungswerte verzeichnet werden, so finden sich für Fernsehen und Hörfunk darunter immer die beiden Aussagen

"gibt einen vollständigen Überblick über alle wichtigen Entwicklungen in Politik und Zeitgeschehen" und - mit noch etwas höheren Werten –

"bringt die neuesten Nachrichten besonders schnell",

mit denen offensichtlich die aktuelle Informationsfunktion dieser beiden Medien charakterisiert wird.

 

Zugleich macht der Blick auf die Zeitreihen deutlich, dass das Entspannungsmotiv bei den beiden elektronischen Medien Fernsehen und Radio bereits vor 30 Jahren gleichermassen wichtig war: "Sorgt für Entspannung und Ablenkung" steht in allen früheren Wellen an zweiter oder dritter Stelle (vgl. Tabelle A7.9 im Anhang).

 

Die Tageszeitung wiederum kann beim Aktualitätsstatement der früheren Wellen natürlich nicht mithalten, punktet dafür aber bei dem Statement

"berichtet ausführlich über alle Ereignisse aus meiner näheren Umgebung" (für das es 2000 keine vergleichbare Aussage gibt)

immer an erster Stelle. Klammert man dieses Statement aus, so erhält das Statement

"gibt einen vollständigen Überblick über alle wichtigen Entwicklungen in Politik und Zeitgeschehen" bei der Tageszeitung in allen Wellen die höchste Zustimmung. Dieses Statement kann durchaus verstanden werden als Ausdruck der allgemeinen Informationsfunktion dieses Mediums.

Für die Tageszeitung gilt ferner: Durchgängig rangieren die Statements

"bringt viele wichtige Dinge, über die man sich mit Freunden und Bekannten unterhalten kann",

"berichtet klar und verständlich über politische Ereignisse" und

"gibt Anregungen und Stoff zum Nachdenken"

auf den vorderen Plätzen hinter dem "Informationsüberblick". In der 2000er Welle folgen, wie oben beschrieben, bei den Nutzungsgründen der Tageszeitung nach dem Informationswunsch die Motive

"mitreden können" und

"Denkanstösse bekommen", die man mit diesen drei Statements durchaus in Einklang bringen kann.

 

Man kann also feststellen, dass Information und Entspannung/ Unterhaltung als die Grundfunktionen und wichtigsten Nutzungsgründe der beiden "alten" elektronischen Medien Fernsehen und Hörfunk in allen Wellen der Studie Massenkommunikation gleichermassen sichtbar sind. Für die Tageszeitung wurde ebenfalls in allen Wellen ein rational-informationsorientiertes Profil ermittelt, das besonders geprägt ist von ihrer spezifischen Bedeutung für die regionale Information - die allerdings in der 2000er Welle explizit nicht mehr erhoben und ausgewiesen wurde und als in die allgemeine Informationsfunktion eingeschlossen zu betrachten ist.

 

 

Tabelle A7.9 Einstellung des jeweils weitesten Publikums zu Fernsehen, Hörfunk und Tageszeitung 1970 bis 1995

BRD gesamt (bis 1990 nur alte Bundesländer),

das Statement trifft auf das Medium ... zu, in %

 

berichtet wahrheitsgetreu

und gibt die Dinge immer

so wieder, wie sie wirklich

sind

 

[1964              1970               1974               1980               1985               1990               1995

TV HF TZ       TV HF TZ       TV HF TZ       TV HF TZ       TV HF TZ       TV HF TZ       TV HF TZ

 

47 45 32]        56 47 23         43 38 22         41 32 21         27 25 18         28 24 19         19 18 17

 

vollständige Tabelle

 

 

Teil III: 2000

 

Aus: Klaus Berg (Hrsg.); Christa-Maria Ridder (Red.): Massenkommunikation 2000:

Images und Funktionen der Massenmedien im Vergleich.

Eine Studie der ARD/ ZDF-Medienkommission.

Frankfurt am Main: Media Perspektiven 2001, 3, 12-14.

 

 

Die ARD/ZDF-Studie Massenkommunikation, die seit 1964 regelmässig durchgeführt wird, ist weltweit die einzige Repräsentativstudie, die Mediennutzungsgewohnheiten im Intermediavergleich langfristig ermittelt. Mit der im Sommer 2000 erfolgten achten Welle liegen nunmehr Daten aus mehr als drei Jahrzehnten vor, die Aufschluss geben über den Umgang der Bürger mit den Medien.

 

Die Befunde aller Untersuchungswellen haben den hohen Rang und die zentrale Bedeutung der öffentlich-rechtlichen Programmangebote immer wieder bestätigt. lm Zusammenhang mit der Etablierung des kommerziellen Rundfunks in den 90er Jahren ist die Unterhaltungsfunktion der Medien - insbesondere des Fernsehens - in den Vordergrund gerückt. Im Vergleich der Systeme bescheinigt die Studie Massenkommunikation dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Funktion eines orientierenden Elements in der Unterhaltungsflut: So sind im Jahr 2000 fast 80 Prozent der Befragten der Ansicht, dass öffentlich-rechtliches Fernsehen wichtig für die politische Meinungsbildung sei, zuverlässige und glaubwürdige Informationen biete und in der politischen Berichterstattung ausgewogen sei.

 

Prof. Dr. Klaus Berg

Intendant des Hessischen Rundfunks

 

Prof. Dr. h. c. Dieter Stolte

Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens

 

 

Nutzungsmotive im Medienvergleich

 

lm direkten Vergleich der vier Medien dominiert das Fernsehen die Mediennutzung. Es gibt kein Motivstatement, bei dem das Fernsehen nicht auf Platz 1 oder 2 kommt. Das Medium Fernsehen ist also nicht nur allgegenwärtig im Alltag der Bevölkerung, sondern eben auch multifunktional.

Der Hörfunk eignet sich für die Motive Entspannung, sich nicht alleine fühlen, Alltag vergessen, Spass und Gewohnheit - Tagesbegleitung und Stimmungsmanagement sind offenbar seine Stärken.

Die Tageszeitung rangiert vorne bei Information, Mitreden können, Alltagsorientierung und Denkanstösse bekommen und hat damit ein stark rational-informationsorientiertes Profil.

Da nur wenige Befragte schon Erfahrungen mit dem Internet hatten, spielt es im Direktvergleich eine untergeordnete Rolle.

 

Images im Medienvergleich

 

Welches Image trifft aus Sicht der Bürger am ehesten oder an zweiter Stelle auf ein bestimmtes Medium zu?

Auch hier kommt das Fernsehen bei allen Vorgaben auf Platz 1 oder 2.

Der Hörfunk positioniert sich viermal auf den vorderen Rängen: bei „unterhaltend/unterhaltsam", bei „locker und ungezwungen", bei „sympathisch" und bei „aktuell".

Die Tageszeitung rangiert bei folgenden Statements auf Rang 1 oder 2: „kritisch", „sachlich", „informativ", „glaubwürdig", „anspruchsvoll" und „kompetent“.

Das Internet belegt vordere Plätze bei „zukunftsorientiert", „modern" und „vielseitig".

 

Direktvergleich „glaubwürdig:

„trifft am ehesten/ an zweiter Stelle zu auf … in %, BRD gesamt

(Basis der Befragten, n= 5017)

Fernsehen 70 %

Zeitung       62 %

Hörfunk       53 %

Internet       14 %

 

 

Vergleich öffentlich-rechtlicher und privatrechtlicher Fernsehprogramme:

Images, Funktionen und Leistungen

 

Seit der Etablierung privatrechtlicher Anbieter im dualen Rundfunksystem in Deutschland interessiert in der Studie Massenkommunikation die Frage, ob die Bundesbürger die beiden Anbietertypen im dualen Rundfunksystem unterschiedlich wahrnehmen und bewerten. In der Massenkommunikation 2000 wurden die Fernsehzuschauer gefragt, welche Images und Funktionen sie dem öffentlich-rechtlichen bzw. dem privaten Fernsehanbietertyp im direkten Vergleich zuweisen, wobei dieselben Items wie im allgemeinen Medienvergleich verwendet wurden. Ferner wurde gefragt, welche Leistungserwartungen die Bürger an die beiden unterschiedlichen Programmtypen richten.

 

ARD und ZDF erhalten deutlich höhere Bewertungen bei den Images, die für den kognitiven Anspruch an das Fernsehen stehen: Die öffentlich-rechtlichen Programme sind nach Ansicht der Bundesbürger mit weitem Abstand sachlicher, glaubwürdiger, kompetenter, anspruchsvoller, informativer, kritischer und aktueller als die privatrechtlichen Fernsehprogramme. Die Privatsender haben dagegen einen Vorsprung, wenn es um den direkteren und emotionaleren Zugang zum Zuschauer geht, so zum Beispiel beim Unterhaltungswert, bei Lockerheit, Mut und Vielseitigkeit.

 

Die Zustimmungswerte zu allen ltems zugunsten der Öffentlich-rechtlichen liegen bei den älteren Zuschauern (ab 50 Jahre) überproportional hoch. Die jungen Zuschauer (14-29 Jahre) wiederum weisen den Öffentlich-rechtlichen in den kognitiven Kategorien fast durchgängig ähnlich hohe Werte zu wie der Durchschnitt der Befragten. lm emotionalen Bereich, also bei Sympathie, Lockerheit und Unterhaltsamkeit u. a., spielen die Öffentlich-rechtlichen für die junge Generation eine deutlich geringere Rolle. Hier erhalten die Privatsender extrem hohe Zuschreibungen. Allerdings ist auch bei den jungen Zuschauern die Rangfolge beider Systeme in Bezug auf emotionale oder kognitive Images die gleiche wie bei der Gesamtbevölkerung.

 

Zuschauer mit privatem Lieblingsfernsehprogramm urteilen ähnlich wie der Durchschnitt. lm Gegensatz dazu sehen die Zuschauer mit öffentlich-rechtlichem Lieblingsprogramm ihr System nicht nur bei kognitiv-rationalen Images vorne, sondern abweichend vom Durchschnitt auch in Bezug auf Sympathie, Zukunftsorientierung und Vielseitigkeit.

 

Den Images entsprechen auch die mit der Nutzung öffentlich-rechtlicher bzw. privater Fernsehprogramme verbundenen Erwartungen: Für die Informations- und Ratgebersuche stehen die Öffentlich-rechtlichen im Vordergrund, gewohnheitsmässig werden allerdings beide Systeme genutzt. Will man sich entspannen, unterhalten oder auch dem Alltag entfliehen, denkt man eher an die Privaten.

 

Die jungen Zuschauer erwarten wie der Durchschnitt der Bevölkerung lnformations- und Orientierungsleistungen von den Öffentlich-rechtlichen. Die Erfüllung von Entspannungs-, Unterhaltungs- und eskapistischen Bedürfnissen erwarten sie von ARD und ZDF dagegen nur in geringem Umfang. Die älteren Zuschauer bestätigen die Information- und Ratgeberfunktion der öffentlich-rechtlichen Programme noch etwas deutlicher. Anders als der Durchschnitt suchen sie aber auch Entspannung, Spass und die Erfüllung eskapistischer Wünsche in ähnlichem Mass bei ARD und ZDF wie bei den Privaten.

 

Um sich zu informieren, um Denkanstösse zu bekommen und um sich im Alltag zurechtzufinden, geben auch die Zuschauer mit privatem Lieblingsprogramm den Öffentlich-rechtlichen den Vorzug. Für Entspannung, Unterhaltung und eskapistische Motive bevorzugen sie in hohem Mass die Privaten, die sie offenbar auch gewohnheitsmässig viel stärker einschalten. Umgekehrt nutzen die Personen mit öffentlich-rechtlichem Lieblingsprogramm „ihr" System nicht nur für informationsorientierte Zwecke eher als die Privaten, sondern anders als der Durchschnitt auch eher, um unterhaltende Angebote zu nutzen, Spass zu haben und zum Beispiel nicht allein zu sein.


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